Ines Dänzer

Raumausstattermeisterin aus Leidenschaft

polstern

Metallische Federungen – Teil 1

| 1 Kommentar

FolglichEs gibt viele Arten einem Sitzmöbel ein bequeme Polsterung zu geben. Es wird unterschieden zwischen metallischen Federungen und Gurtung (elastisch oder unelastisch). Jede dieser beiden Arten hat Vor- und Nachteile. Bei beiden ist wichtig zu wissen wie das fertige Polster aussehen soll.

Aus aktuellem Anlaß (ein lieber Freund geht seinem Traum nach und dabei spielt die Polsterung für ein Bett ein große Rolle) möchte ich Euch heute etwas über die Federungen aus Metall wissen lassen. Wie sie aussehen, was sie können und welche Art für welche Polsterung die beste Wahl ist.

Federarten

Federn werden in drei Kategorien aufgeteilt:

  • Zu den Sprungfedern gehören Zylinder (1)-, Taillen (2)- und Kegelfedern (3)
  • Nosag (4)- und Stufeggfedern sind sogenannte Flachfedern
  • Zugfedern gibt es zweierlei beim Polstern: Spiralfedern (5) und Federbänder (6)

Federungen

 

Manche der Federarten werden nicht nur einzeln sondern zu einem großen, sogenanntem Federkern oder Federkrob verarbeitet.

  • Ein Zylinderfederkern (B) besteht ausschließlich aus Zylinderfedern. Der Bonellfederkern (C) ist nur aus Taillenfedern hergestellt. Werden die Zylinderfedern in kleine Taschen eingenäht, spricht man von Taschenfederkern (A).
  • Ausschließlich Kegelfedern findet man im Federkorb (D)

Federungen

So unterschiedlich all diese Federungen auch sind, eines haben sie gemeinsam:
Alle Federn erhalten eine Oberflächenbeschichtung. Diese kann verzinkt, verkupfert oder lackiert sein. So kann der Stahldraht aus dem sie hergestellt sind nicht rosten.

 

Anforderungen an metallische Federungen

  • Höhenbeständigkeit
  • gute Federwirkung bei Belastung
  • angenehme Druckverteilung
  • Gerschäuschlosigkeit der Federung

 

 

Interessante Einzelheiten über die bereits vorgestellten Federarten

 

Sprungfedern

In gepolsterten Sitzen werden Sprungfedern verwendet, um dem Polster die erforderliche Weichheit und Elastizität zu geben. Diese Federn wurden weit Ende des 18. Jahrhunderts (1784) erstmals als Unterfederung verwendet. Der Polsterer drehte die Feder mit einer sogenannten Federrolle. Das macht natürlich heute niemand mehr. Diesen Job haben mittlerweile spezielle Maschinen übernommen.
Der Draht wird auf die gewünschte Stärke gezogen – gehärtet – kann lackiert oder auf galvanischem Wege verkupfert bzw. verzinkt werden.

Zylinder-, Taillen- und Kegelfedern werden in verschiedenen Drahtdicken – Ringdurchmessern – Höhen und mit unterschiedlicher Anzahl von Gängen (Windungen) hergestellt. Nach Art ihrer Verwendung (Sitz,- Rücken- oder Armlehnen) werden sie so unterschieden.

Federungen

Bei genauer Bezeichnung einer Sprungfeder sind folgende Angaben erforderlich:

Gangzahl = Sie wird ermittelt indem man die Windungen der Feder von oben nach unten zählt. Zusätzlich ist wichtig, dass man gegenüber des Knotens beginnt (siehe Bild)
Drahtdicke = wird in mm angegeben
Federhöhe = wird an der gegenüberliegenden Seite des Federknotens gemessen
Kopfdurchmesser = oberer Ringdurchmesser, bei Taillenfedern zusätzlich den Taillendurchmesser

In der Praxis werden die Federn meist nur mit der Gangzahl und der Drahtdicke bezeichnet. Eine 7/38er Feder hat somit 7 Gänge und eine Drahtdicke von 38 mm. Für die Festigkeit und Weichheit einer Polsterung mit Sprungfedern werden die Federn nach Gangzahl und Drahtdicke ausgewählt.

Eine Feder erhält die notwendige Spannkraft wenn sie um ca. 1/3 ihrer ursprünglichen Höhe zurückgeschnür wird.

 

Flachfedern

Wie bei so manchen Dingen, ging die Entwicklung der Flachfedern von Deutschland aus. Bereits 1930 wurde ein Federtyp – NO – SAG – hier erfunden. 1932 wirde die Lizenz von den USA übernommen und von dort kamen sie 1946 wieder zurück.
In Polstermöbeln aber auch z.T. in Kraftfahrzeugen kann man oft eine Polsterung finden, die auffällig flach ist. Dennoch ist sie elastisch und federnd. Mit Sprungfedern, selbst bei einer niedrigen Federhöhe und kleiner Gangzahl, wäre das nicht zu erreichen. Flachfedern werden für Sitz- und Rückenpolsterungen eingesetzt. Sie werden ohne Unterfederung mit Scharnieren auf dem Polsterrahmen befestigt. Mit Verbindungshaken oder Gummiringen untereinander verbunden erhalten die einzeln angebrachten Federn eine federkernähnliche Funktion.

Federungen

Die Flachfederung erfüllt die Bedingung einer Doppelfederung: Kein Nachlassen der ursprünglichen Federhöhe. Kein Ausdehnen bei ständiger Belastung. Bei starker Belastung Gegendruck nach oben.

 

Zugfedern

Spiralfedern sind gewickelte Federn mit Durchmessern von 1,8 – 3,2 cm. Ihre Enden sind zu Ösen geformt. Federbänder sind flache Spiralfedern mit einer Breite von ca. 1,5 cm. Beide Varianten werden als federnder Untergrund für Sitz- und Rückenpolsterungen sowie bei Matratzen eingesetzt.

Federungen

 

Federkörbe

Stuhlsitze erhalten manchmal einen Federkorb. Die Kegelfedern sind durch Verbinungsklammern auf Trägerbändern aus Bandstahl befestigt. Die oberen Ringe der Außenfedern werden an den Sitzrahmen gespannt und mit Nägeln oder Schrauben befestigt. Die Oberfläche soll nach den Seiten hin abfallen.
Solch einen Federkorb verarbeiten die Raumausstatterazubis in ihrer Zwischenprüfung 🙂

Federung

 

 

 

 

 

 

 

ENDE der metallischen Federungen  – Teil 1. Ich finde es total spannend wie wichtig es ist welche Federung für welches Vorhaben eingesetzt wird. Besonders relevant ist schon ganz am Anfang zu wissen wie das fertige Sitzmöbel aussehen soll. Aufgrund dessen wird die richtige Unterfederung ausgesucht.

Im zweiten Teil möchte ich Euch einiges über Federkerne wissen lassen.

 

Noch Fragen….wie immer….Post an mich 🙂

Ein Kommentar

  1. Guter Überblick im Teil 1, da freue ich mich schon jetzt auf den Teil zur Auslegung der Federn, d.h. wie man durch Federbänder (6) einen Lattenrost ersetzt, damit man nur wenige mm Höhe im Bettgestell benötigt und damit die 40mm Höhe vom Lattenrost als Freiraum über der Matratze gewinnt, was bei Hochbetten oder im Wohnmobil echt was wert ist.

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